Die Highlights am Philosophenweg

Eichendorff-Anlage und Philosophengärtchen
Die Eichendorff-Anlage im Philosophengärtchen erinnert an den mit Heidelberg innig verbundenen Romantiker Joseph von Eichendorff (1788–1857), der 1807/08 in Heidelberg studierte.
Auf dem Gedenkstein ist von ihm zu lesen:
»Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst Du nur das Zauberwort.«

Liselotte-Stein/Liselotte-Platz
Der 1908 errichtete Liselotte-Stein gedenkt der berühmten Elisabeth Charlotte, der Pfälzer Liselotte, Pfalzgräfin bei Rhein, Herzogin von Orleans, geboren in Heidelberg am 27. Mai 1652, gestorben in St. Cloud am 8. Dezember 1722.
Liselotte war die unglückliche Tochter des Kurfürsten Karl Ludwig, die aus politischen Überlegungen mit dem Bruder des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. verheiratet wurde und den Franzosen damit später den Vorwand für einen Erbfolgekrieg lieferte.
Sie konnte die Zerstörung ihrer geliebten Heimatstadt Heidelberg und des Schlosses ihrer Vorfahren durch die Franzosen im Jahre 1693 leider nicht verhindern.

Merian-Stich: Heidelberg-Panorama von 1620
Interessant ist ein direkter Vergleich des heutigen Heidelberg-Panoramas, das sich den Besuchern vom Philosophenweg bietet, mit der Ansicht, die sich Merian im Jahr 1620 bot.
Merian skizierte damals unweit der Stelle, an der heute sein berühmter Kupferstich zu sehen ist, seine Heidelberg-Ansicht, was ihm als Vorlage für den Stich diente. Sie zeigt die kurfürstliche Residenzstadt am Ende ihrer Blütezeit unter Kurfürst Friedrich V. und dessen Frau Elisabeth Stuart (die Kutsche des berühmten Herrscherpaares fährt übrigens gerade am Neckar entlang in Richtung Brücke).
Der Beginn des 30-jährigen Krieges und die Eroberung der Stadt durch Tilly stand unmittelbar bevor. Die Zerstörungen von 1689 und 1693 lagen noch in ferner Zukunft. Mit dem Wiederaufbau zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die einst von Gotik und Renaissance geprägten Häuser durch Neubauten im Stil des Barock ersetzt.
Der Kupferstich zeigt, dass die Gebäude der mittelalterlichen Stadt vorwiegend mit den Giebeln zur Straße standen. Ab dem Zeitalter des Barocks wurden die Traufseiten bevorzugt der Straße zugewendet. Die aus gotischer Zeit stammenden, kleinteiligen Grundrisse blieben weitgehend erhalten.
Wichtige Orientierungspunkte sind – damals wie heute – das Schloss, die Heiliggeist- und die Peterskirche, die früher hölzerne Alte Brücke sowie die 135 Meter lange Neckarfront des ehemaligen Zeughauses, in dem heute eine Mensa der Universität untergebracht ist.

Hölderlin-Anlage
Im östlichen Bereich des Philosophenwegs, kurz vor dem Wald, befindet sich die Hölderlin-Anlage mit einem Gedenkstein zu Ehren des berühmten Dichters und Romantikers Friedrich Hölderlin (1770–1843).
Auf dem Hölderlin-Stein ist die erste Strophe seiner »Heidelberg-Ode« zu lesen. Dieser Vers ist eines der schönsten Gedichte, die je über Heidelberg geschrieben wurden:
»Lang lieb' ich Dich schon, möchte Dich, mir zur Lust,
Mutter nennen, und Dir schenken ein kunstlos Lied,
Du der Vaterlandsstädte
Ländlichschönste, so viel ich sah.«
An der Stelle der heutigen Hölderlin-Anlage stand einst die Siedlung »Dagersbach« mit der Engelskirche. Ein Gedenkstein der Schutzgemeinschaft Heiligenberg von 1993 sowie ein paar Mauerreste erinnern an die vor vielen Jahren aufgegebene Siedlung.

Die Heidelberger Bismarck-Säule (Bismarck-Turm)
Wenige Meter oberhalb des Philosophenwegs befindet sich die Heidelberger Bismarck-Säule. Man nennt sie auch Bismarck-Turm, weil sie auch als Aussichtsturm genutzt werden kann. Die Säule ist aber aufgrund ihrer Entstehung und Bedeutung eher als Leuchtturm zu sehen.
Neben anderen Denkmälern errichtete man Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts derartige Türme, um den Gründer des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, zu ehren. Zwischen 1869 und 1934 wurden weltweit insgesamt 240 Bismarck-Türme oder -Säulen erbaut bzw. bereits vorhandene Bauwerke in Bismarck-Türme umbenannt.
Ca. 50 dieser Türme wurde nach dem Standardentwurf »Götterdämmerung« des Architekten Wilhelm Kreis gebaut, so auch der Heidelberger Turm. Diese »Ehren-Türme« waren mit einer Feuervorrichtung versehen. Insbesondere die Studentenverbindungen förderten solche Feierlichkeiten und entzündeten regelmäßig Feuer auf den Bismarck-Türmen. Sie achteten dabei auf eine einheitliche Befeuerung der Türme an bestimmten Tagen (z. B. an Bismarcks Geburtstag) nach dem Motto »Flammen über ganz Deutschland zu Ehren Bismarcks«.
Die Heidelberger Bismarck-Säule wurde 1903 aus rotem Sandstein erbaut. Zur Stadtseite hin ist ein Reichsadlerrelief mit der Schlange der Zwietracht angebracht. Auf dem Turmkopf befindet sich heute noch die gusseiserne Feuerschale mit 2,5 Metern Durchmesser. Der Turm ist 15 Meter hoch und liegt 224 Meter über dem Meeresspiegel. Vom Bismarck-Turm haben Sie eine schöne Aussicht auf die Stadt.
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