Das Handschuhsheimer Schlösschen und der Grahampark

Erbaut wurde das Handschuhsheimer Schlösschen bereits im Jahr 1609.
Am 11. Januar 1797 wurde in dem Gebäude der Landschaftsmaler Carl Rottmann geboren.
Ein Großkaufmann mit Namen Carl Adolph Uhde kaufte schließlich das Schlösschen im Jahr 1836 von Helene Rottmann. Er vergrößerte das Anwesen durch Zukauf von mehreren Grundstücken und Bauernhäusern, die abgerissen wurden, sowie durch einen Geländetausch mit der Gemeinde. Südlich des Schlösschens ließ Uhde einen Park anlegen. Neben einheimischen Bäumen und Sträuchern wurden hier auch exotische Gewächse angepflanzt. Außerdem gab es damals eine Orangerie.
Im Jahr 1861 erwarb der vermögende Engländer John Benjamin Graham das Handschuhsheimer Schlösschen mit seinem wunderschönen Park. Graham nutzte das Anwesen in den folgenden Jahren als Sommersitz, den er auch seinen Mitbürgern zugänglich machte.
Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1916, gingen das Schlösschen und der Park in das Eigentum der Stadt Heidelberg über.
Von 1919 bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schlösschen als Jugendherberge genutzt. Heidelberg war damals besonders beliebt bei Wandertouristen, wodurch eine hohe Nachfrage nach günstigen Unterkünften bestand.
Der nach Graham benannte Park, in dem über tausend verschiedene Pflanzen gedeihen, wurde 1987 neu gestaltet. Ein Gedenkstein erinnert seither an Graham und seine Familie.
Im Schlösschen ist heute die Heidelberger Musik- und Singschule untergebracht. Der nebenan liegende Graham-Park ist ein gern besuchtes Kleinod. Er ist sozusagen die »Grüne Lunge« von Handschuhsheim. Der Park mit seinem alten Baumbestand und einem Kinderspielplatz wird in der warmen Jahreszeit gerne für kleine Spaziergänge, zum Sonnenbaden oder Lesen auf einer Bank genutzt.
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