Palais Graimberg

An der südöstlichen Ecke des Kornmarkts befindet sich das Palais Graimberg (Am Kornmarkt 5).
Hier wohnte der französische Graf von Graimberg, ein Royalist, der vor der Französischen Revolution aus Frankreich geflüchtet war.
Der Graf ließ das in der ersten Hälfte des 18. Jh. im Barockstil errichtete Palais im Jahre 1839 umbauen. Er nutzte das Gebäude als Privatwohnsitz sowie zur Ausstellung diverser Requisiten aus dem Heidelberger Schloss.
Graf von Graimberg war Schlosskonservator und rettete die Heidelberger Schlossruine vor dem allmählichen Abriss, denn die Bauherren unten in der Stadt hatten die Ruine seit vielen Jahren als kostengünstigen Steinbruch genutzt. Der Retter des Heidelberger Schlosses blieb bis zu seinem Tode in seiner neuen Heimatstadt Heidelberg.
Graf von Graimbergs Requisitensammlung machte ihn aber auch zum Begründer der städtischen Sammlungen, die heute den Grundstock des Kurpfälzischen Museums bilden. Dieses befindet sich im Palais Morass.
In seinem Wohnhaus, dem Palais Graimberg, erkennt man in einer Fensterlaibung noch die französische und deutsche Inschrift, mit der er für seine Kupferstiche vom Heidelberger Schloss warb.
Seine Bilder und Stiche machten das Schloss bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts einer breiten Öffentlichkeit im In- und Ausland bekannt. Seine Arbeiten konnte er vor allem kommerziell erfolgreich verbreiten und davon auch gut leben.
1965 ging das Palais Graimberg in den Besitz der Stadt Heidelberg über. Seit 1978 sind hier städtische Behörden untergebracht.
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