Gebäude des Jesuitenquartiers

In der wechselvollen Heidelberger Religionsgeschichte spielten die Jesuiten im 17. und 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Insbesondere förderten die katholischen Kurfürsten der Linie Pfalz-Neuburg nach 1686 die Aktivitäten der Jesuiten in Heidelberg. In der Folge haben die Jesuiten in Heidelberg ein ganzes Quartier im Stil des italienischen Barock erbaut. Das Jesuitenquartier ist der wichtigste Baukomplex Heidelbergs im 18. Jahrhundert. Er hat bis heute sein Äußeres bewahrt.
Jesuitenkolleg
Hier findet man das große Jesuitenkolleg, das Kurfürst Johann Wilhelm im Jahre 1700 errichten ließ. Er stellte hierfür u. a. Steine vom »Dicken Turm« des Schlosses zur Verfügung. Im Kollegium lebten ca. 40 Jesuiten als Universitätslehrer, Seelsorger, Studenten und Laienbrüder zusammen.
Jesuitenkirche
Unmittelbar neben dem Kollegium steht die Jesuitenkirche, deren Bau von 1712 bis 1759 erfolgte (> mehr zur Jesuitenkirche).
Jesuitengymnasium
Zum Jesuitenquartier gehört außerdem das Jesuitengymnasium, das zwischen 1715 und 1717 erbaut wurde. Hier hat man geistes- und naturwissenschaftliche Fächer gelehrt.
Seminarium Carolinum
In den Jahren von 1750 bis 1765 errichtete man das schlossartige Seminarium Carolinum. Dieser schönste der Jesuitenbauten spielte eine bedeutende Rolle bei der Zielsetzung der Jesuiten, aktive Katholiken zu Laienaposteln auszubilden.
Diese Aktivitäten sind auch bekannt unter der sogenannten »Marianischen Kongregation«.
Damit schufen die Jesuiten schließlich eine Basis für das Heranziehen von Ordensnachwuchs.
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