»Ruprechtsbau«

Im Schlosshof angekommen, sehen wir links den »Ruprechtsbau«, das älteste Gebäude der Gesamtanlage. Der Bau ist nur noch in Teilbereichen nutzbar.
Kurfürst Ruprecht III., der auch als deutscher König Ruprecht I. (1400 bis 1410) in die Geschichte einging, ließ sich hier ein gotisches Gebäude für seine Repräsentationszwecke errichten.

Engelsrelief vom »Ruprechtsbau«

Eine meisterhafte gotische Plastik entdeckt man am Eingang des »Ruprechtsbaus«: zwei Engel, die einen Kranz mit fünf Rosen halten, welchen ein Zirkel umschließt.
Man erzählt sich, dass der Baumeister des Kurfürsten Ruprecht zwei Söhne hatte, die ihren Vater bei der Arbeit immer begleiteten. Sie waren hilfsbereit und lustig und jeder am Hofe mochte sie. Darum trauerte das ganze Schloss mit dem weinenden Baumeister, als seine Kinder eines Tages am Bau verunglückten. Jeden Tag brachte der Vater einen frischen Rosenkranz an die Unglücksstelle. Seine Trauer war so groß, dass er weder arbeiten noch essen konnte. Nichts konnte ihn erfreuen, bis ihm eines Nachts seine Kinder im Traum erschienen. Sie brachten den Kranz aus frischen Rosen zurück und trösteten den armen Mann. Schon am nächsten Morgen konnten die verwunderten Bediensteten den Baumeister bei der Arbeit sehen. Er verewigte seine Kinder in Stein, so dass noch heute die Menschen die Geschichte der zwei Engel kennen.
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