»Friedrichsbau«

Am unteren, nördlichen Ende des Schlossinnenhofs trifft man auf den prachtvollen »Friedrichsbau«.
Der Palastbau wurde zwischen 1601 und 1607 errichtet. Die Schlosskapelle, die in das Untergeschoss integriert ist, war bereits in einem Vorgängerbau des Mittelalters enthalten. Darüber befinden sich Wohngeschosse. Von sämtlichen Gebäuden des Heidelberger Schlosses hat der Friedrichsbau am wenigsten unter Kriegs- und sonstigen Einflüssen gelitten. Seine Fassaden sind fast ganz erhalten geblieben. Zwar war auch hier das Innere bis auf die Gewölbe der Kapelle herab zweimal ausgebrannt. Man hat jedoch jedesmal das Notwendigste, vor allem wenigstens das Dach, bald nach den Bränden wiederhergestellt. Der heutige Innenausbau wurde zwischen 1895 und 1903 geschaffen.
An der Fassade zum Innenhof sehen Sie unter anderem die Figuren des Bauherrn Friedrich IV. und seiner berühmten Ahnen aus dem Hause Wittelsbach. Der Figurenschmuck wurde von Sebastian Götz aus Chur im Jahre 1607 geschaffen.
In der oberen Reihe befinden sich:
  • Karl der Große
  • Otto von Wittelsbach
  • Ludwig II.
  • Rudolf I.
Darunter:
In den Fensternischen:
Zwischen den Fenstern der Schlosskapelle:
  • Friedrich III.
  • Ludwig VI.
  • Johann Kasimir (Erbauer des ersten Großen Fasses)
  • der Bauherr Friedrich IV. selbst.
Dass die damaligen Herrscher, und allen voran Friedrich IV., einen guten Tropfen, oder besser, mehrere Gläser guten Weins nicht verabscheut haben, belegt ein Tagebuch Friedrichs, das noch existiert. Darin besagt ein Eintrag vom 9. Juni 1598: »Gestern voll gewest«.
Der Trinkfreudige, schon als 30-jähriger auf einen Gehstock angewiesen, hat wohl einige Male zu oft und zu tief ins Glas geschaut, denn mit 36 starb er an den Folgen seines ausschweifenden Lebenswandels. 
Fasskeller mit Großem Fass
Unmittelbar vor der Fassade des Friedrichsbaus geht man nach links schräg abwärts in einen Kellerbau, in dem sich das Große Fass und die Holzfigur seines Wächters, des Hofnarren Perkeo, befinden.
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