»Dicker Turm«

An der nordwestlichen Seite begegnet man hinter dem Stückgarten dem »Dicken Turm«, der 1693 von den Franzosen abgesprengt wurde. Zwei Statuen stellen Ludwig V. und Friedrich V. dar. 
Alle Verteidigungsanlagen der kurfürstlichen Residenz waren so konstruiert, dass sie von außen allen Angriffen wie ein Bollwerk entgegen wirkten. Der »Dicke Turm« hatte deshalb eine gewaltige Mauerstärke von rund 7 Metern. Friedrich V. ließ den oberen Teil des »Dicken Turms« abtragen und einen runden Saal für Feste und Theateraufführungen aufsetzen. Englische Schauspielgruppen folgten damals der Elisabeth Stuart nach Heidelberg und führten im »Dicken Turm« ihre Theaterstücke auf. Unter anderem wurde hier »Der Sturm« von Shakespeare uraufgeführt.
Heute finden in der Ruine des Turms wieder Theateraufführungen der Heidelberger »Städtischen Bühne« statt. Eine solche Aufführung ist nicht zuletzt wegen des grandiosen Bühnenbilds (Panoramablick auf Stadt und Rheinebene) besonders sehenswert.

»Englischer Bau«

Zwischen dem »Dicken Turm« und dem Fassbau ließ Friedrich V. seiner Elisabeth ein eigenes Gebäude auf den alten Wehranlagen errichten, den »Englischen Bau«.
Der eigentümliche, trapezförmige Bau war mit Kreuzgewölben versehen. Er verengt sich nach Westen, wo eine Tür zur Wendeltreppe des Dicken Turmes führt. Die ungewöhnliche Grundrissgestaltung ergab sich infolge des vorhandenen Unterbaus. Beeindruckend war die Schönheit der Aussicht von diesem ehemaligen Palastgebäude auf Stadt, Fluss und Landschaft.
Reste der Stuckverzierungen lassen die damalige Pracht der Ausstattung erahnen.
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