Der Zwerg Perkeo

Auf einer Reise durch Tirol begegnete Kurfürst Karl Philipp einst einem zwergenhaften Knopfmacher namens Clemens. Er hatte Gefallen an dem Spaßmacher und wollte ihn als Hofnarren auf sein Schloss mitnehmen. Zuvor prüfte er ihn auf seine Trinkfestigkeit. Erstaunt über seine Leistungsfähigkeit rief er aus: »Komm mit nach Heidelberg, ich ernenne dich zum Ritter und Kammerherrn des Fasskönigs. In meinem Keller liegt das größte Fass der Welt.«
»Perché no? Warum auch nicht«, meinte schlagfertig der Kleine. »Ich nehme dich beim Wort, Perkeo, denn so sollst du hinfort heißen.«
Perkeo erhielte eine farbige Uniform und statt eines Degens einen riesigen Kellerschlüssel an die Seite. Damit zog er an den Hof des Kurfürsten, wo er bald der Liebling der Hofleute und der Bürger von Heidelberg wurde.
Noch zu seinen Lebzeiten setzte man ihm ein Denkmal, das von ihm selbst entworfen und geschnitzt wurde. Im Fassbau ist es aufgestellt, zusammen mit der Uhr, die Perkeo ebenfalls selbst gefertigt hatte. Zwar zeigt sie nicht die Zeit an, erschreckt aber den ahnungslosen Schlossbesucher beim Aufziehen mit einem heraus schnellenden Fuchsschwanz.
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