Der Rittersprung

In der Mitte des Schlossaltans vor dem Friedrichsbau sieht man immer einige Besucher zusammenstehen, die alle auf den Boden schauen. Tritt man näher hinzu, so erkennt man auf dem Boden eine Vertiefung im Stein, welche die Form eines Fußtrittes hat. Das ist der sogenannte »Rittersprung«. Seine Herkunft wird in unterschiedlichen Sagen erzählt.
Wir haben für Sie zwei Varianten beschrieben:
Variante 1:
Im Friedrichsbau war einst ein Brand ausgebrochen. Mit rasender Schnelle griff das Feuer um sich, so dass sich die Bewohner kaum mehr über die schmale Wendeltreppe retten konnten. Im obersten Stockwerk befand sich ein Ritter, der gerade seine schwere Rüstung angelegt hatte. Als er den Brand bemerkte, war ein Entkommen unmöglich, denn die Flammen schlugen schon in das Zimmer und dichter Rauch erfüllte den Raum. In seiner Not riss der Ritter kurz entschlossen das Fenster auf und sprang auf den Altan hinab. Entsetzt wandten sich dort die Zuschauer ab, denn sie glaubten, er zerschmettere auf dem Boden. Aber es geschah ein Wunder, denn der Ritter stand heil und unverletzt auf. Nur dort, wo er aufgekommen war, hatte der Eisenschuh seiner Rüstung einen tiefen Abdruck hinterlassen.
Variante 2:
In einer anderen Version erzählt man, der  »Rittersprung« soll von einem Edelmann stammen, den man in flagranti bei einer jungen Kurfürstin ertappte.
Hunderttausende treten heute beim Schuhgrößen-Vergleich in seine Fußstapfen. Diejenigen, bei denen der Fuß in den ritterlichen Abdruck passt, werden mit einem glücklichen Leben belohnt, sagt man.
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