Der Hexenbiss

Im Torturm des Heidelberger Schlosses befindet sich ein schweres Holztor. In dieses Tor ist ein kleines Pförtchen eingeschnitten. Hier konnten in früheren Zeiten einzelne Besucher eintreten, ohne dass das große Tor geöffnet werden musste. Mit einem dicken eisernen Klopfer machten sie sich dann der Wache bemerkbar.
Wenn jemand diesen Klopfring durchbeißt, erzählten damals die Heidelberger, dann erhält er das Schloss mit allem, was drinnen ist, als Geschenk. Viele Besucher haben es in früheren Zeiten schon versucht, aber keiner hatte die nötige Kraft in seinen Zähnen.
Dieser Klopfring weist aber eine Scharte auf, über deren Entstehung uns die Sage folgendes erzählt:
Einst kam eine Hexe auf das Schloss und wäre gerne seine Besitzerin geworden. Mehrmals probierte sie, den Ring zu durchbeißen, aber ihre Zauberkräfte versagten an dem Schmiedewerk. Wie alle anderen musste auch sie schließlich aufgeben. Nur eine kleine Vertiefung blieb in dem Eisen zurück. Dieser Riss wird seitdem der Hexenbiss genannt.
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