Das heute noch vorhandene »Karl Theodor Fass«

Das heute noch vorhandene, vierte und letzte Große Fass im Heidelberger Schloss ließ Kurfürst Karl Theodor während seiner Regierungszeit (1742 bis 1777) im Jahre 1751 bauen.
Der Erbauer des Fasses, der Hofkellermeister Johann Jakob Englert, verwendete dafür ungefähr 90 Eichen aus den Pfälzer Wäldern. Das sogenannte »Karl-Theodor-Fass« ist weit größer und imposanter als seine beiden Vorgänger und fasste ca. 228.000 Liter. Nach den Eintrocknungen im Verlauf der Jahrhunderte beträgt das Volumen heute ca. 219.000 Liter.
Weil dieses Fass nie dicht blieb, wurde es nur dreimal gefüllt.
Hinzu kam, dass Heidelberg ab Mitte des 18. Jahrhunderts nicht mehr Residenzstadt war. Der Kurfürst residierte inzwischen mit dem ganzen Hof in Mannheim. Im Heidelberger Schloss gab es keine weinfrohen Feste mehr und die ständigen Reparaturen waren einfach zu teuer und nach kurzer Zeit wirkungslos.
1769 wurde deshalb die Nutzung des Fasses zur Weinlagerung aufgegeben.
Das gewaltige Heidelberger Fass, das größte Fass der Welt, das je mit Wein gefüllt war, wurde zu einem spektakulären Museumsstück, das Besucher aus der ganzen Welt bis auf den heutigen Tag bestaunen.
Wohlgefällig blicken sie auf die bemalte Holzfigur des unvergesslichen Zwergs Perkeo, die im Weinkeller des Schlosses gegenüber dem Großen Fass steht.
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