Kurfürst Ottheinrich reformiert die Kurpfalz

Die lutherische Reformation in der Kurpfalz wurde von Kurfürst Ottheinrich (Otto Heinrich, Kurfürst von 1556 bis 1559) durchgesetzt. Als Ottheinrich Kurfürst wurde, hatte er nur noch 3 Jahre zu leben. Trotzdem wurde das pfälzische Kurfürstentum durch ihn entscheidend geprägt. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich die Kurpfalz zu einem der Zentren des lutherischen Protestantismus in Deutschland.
Ottheinrich setzte auch eine grundlegende Umstrukturierung der Universität Heidelberg durch. Die Dozenten waren bisher von der katholischen Kirche bezahlt worden. Sie wirkten aus diesem Grund auch offiziell als Pfarrer an der Heiliggeistkirche, was die Reformation behinderte. Ottheinrich finanzierte die Universität deshalb ab sofort durch die Säkularisierung von Kirchengütern und machte die Dozenten damit von der katholischen Kirche unabhängig. Nach Abschluss der Universitätsreform gab es an der Universität Heidelberg keine Fakultät mehr für katholische Theologie.
Kurfürst Ottheinrich war ein kunstbesessener und bücherliebender Fürst. Er ließ während seiner 3-jährigen Regierungszeit seinen eigenen Bau im Heidelberger Schloss, den Ottheinrichsbau, errichten. Dieser wird als der bedeutendste Renaissancebau nördlich der Alpen angesehen.
Ottheinrich besaß eine eigene große Büchersammlung, die in die Bibliotheca Palatina integriert wurde.
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