Friedrich I. der Siegreiche – der »Pfälzer Fritz«

Grenzstreitigkeiten zwischen der Kurpfalz und Kurmainz
Das mit der Kurwürde ausgestattete Erzbistum Mainz, auch »Kurmainz« genannt, hatte im 15. Jahrhundert Besitzungen in unmittelbarer Nähe Heidelbergs. Hierzu gehörte zum Beispiel der Ort Dossenheim und die Schauenburg oberhalb von Dossenheim, wenige Kilometer nördlich von Heidelberg.
Diese geographische Situation war dem Heidelberger Kurfürsten ein Dorn im Auge und damit der Anlass für Grenzstreitigkeiten zwischen der Kurpfalz und Kurmainz.
Kurfürst Friedrich I. annektierte diese Gebiete 1460.
Dossenheim ging in kurpfälzischen Besitz über und Friedrich ließ die Schauenburg »schleifen«.
Heute gibt es einige engagierte Dossenheimer Bürger, die viel Arbeit und Zeit investieren, um die dürftigen Reste der Burg für die Nachwelt zu erhalten.
Die Schlacht bei Seckenheim
Das Frühjahr 1462 war ein Schreckensjahr für die Pfalz. Die reichen Dörfer in der Rheinebene zwischen Wiesloch und dem Neckar wurden ausgeplündert und sanken in Schutt und Asche, als die Truppen des Markgrafen Friedrich von Baden, seines Bruders Bischof Georg von Metz und des Grafen Ulrich von Württemberg sengend und brennend in das Land des Kurfürsten Friedrich I. eindrangen.
Friedrich hatte als Vormund seines unmündigen Neffen Philipp die Rechte eines Kurfürsten für sich in Anspruch genommen. So wurde er zum Gegner des Kaisers, von dem er in die Reichsacht erklärt wurde. Hinzu kam noch der Bann des Papstes.
Nachdem alle Bemühungen zum Frieden gescheitert waren, kam es am 30. Juni 1462 in der Ebene bei Seckenheim zum Angriff und Zusammenstoß.
Friedrich war siegreich und konnte die drei gegnerischen Anführer gefangen nehmen. Im Heidelberger Schloss sperrte er sie in den »Seltenleerturm« und gab sie erst nach der Zahlung immenser Lösegelder wieder frei.
Auf dem Schlachtfeld ließ Friedrich der Siegreiche eine Pyramide mit einem Kreuz als Siegesmal errichten. Das Kreuz verwitterte im Laufe der Jahrhunderte, doch die Pyramide steht heute noch bei dem rund 200 Jahre später gegründeten Friedrichsfeld.
Viele Jahre nach der Schlacht bei Seckenheim erzählte man sich, wie Friedrich eines Tages seine gefangenen Gegner in den Rittersaal zu einem Festmahl eingeladen habe. Hier ließ er ihnen angeblich die feinsten Speisen auftischen, doch fehlte dabei das Brot, das damals die Hauptspeise jeder Mahlzeit war. Friedrich öffnete die Fenster und zeigte den Fürsten die verwüsteten Felder, auf denen kein Getreide zur Brotherstellung geerntet werden konnte.
Jubiläum 550 Jahre Schlacht bei Seckenheim in 2012
Eine Festschrift zur 550-Jahrfeier der Schlacht bei Seckenheim in 2012 informiert anschaulich und umfassend über das Geschehen und die Hintergründe bzw. Zusammenhänge der historischen Ereignisse des Jahres 1462. Schließlich erinnert die Festschrift an die nachhaltige Bedeutung dieser kriegerischen Auseinandersetzung für die Kurpfalz und die Rhein-Neckar-Region. (Kontakt: info@heimatverein-friedrichsfeld.de)
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