Madonnen- und Heiligenfiguren

Im Jahr 1718 hielt der katholische Kurfürst Karl Philipp, aus Tirol kommend, Einzug in seine Residenzstadt Heidelberg. Die Heidelberger Bürger waren damals Anhänger der Lehre Martin Luthers und damit des protestantischen Glaubens. Karl Philipp wollte die Heidelberger zum katholischen Glauben bekehren. Hilfreich war dabei, dass er viele neue katholische Bürger in der Stadt ansiedelte. Diese halfen mit, die im pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörte Stadt Heidelberg zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder aufzubauen.
Die katholischen Bürger demonstrierten ihren Glauben gegenüber den Mitbürgern unter anderem dadurch, dass sie an ihren Häusern Marienstatuen oder auch andere Heiligenfiguren gut sichtbar aufstellten, vorzugsweise an den Kreuzungspunkten zweier Straßen.
Heute findet man noch zahlreiche solcher Marien- und Heiligenfiguren in der Heidelberger Altstadt. Sie sind ein Zeugnis der gegenreformatorischen Politik der damaligen Kurfürsten aus dem katholischen Haus Neuburg. Sie sind ein Beleg für die Bevorzugung der katholischen Konfession durch die Obrigkeit zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg.
All diese Figuren befinden sich in einem Teilbereich der Altstadt zwischen Universität und Marktplatz. Man nennt diesen Bereich deshalb auch den »barocken« Teil der Heidelberger Altstadt.
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