Heidelberger Hauptstraße

Die Hauptstraße ist die zentrale Achse, die durch die Heidelberger Altstadt führt. Sie ist die dominierende Straße der Altstadt und verläuft parallel zum Neckar vom Bismarckplatz über den Universitätsplatz bis zum Karlstor. Sie bildet mit einer Länge von 1,6 Kilometern Deutschlands längste zusammenhängende Fußgängerzone.
Entlang der Hauptstraße gibt es viele sehenswerte Gebäude (siehe auch »Stadtrundgänge«). Immer wieder kann man tolle Blicke zum Heidelberger Schloss hinauf und in die romantischen Seitengassen werfen. 
Die Hauptstraße ist die Top-Adresse zum Einkaufen in Heidelberg. Im Bereich um diese pulsierende Fußgängerzone mit den vielen kleinen Seitenstraßen und Gassen sowie auf den hübschen Plätzen findet man zahllose Läden und Geschäfte mit einer riesigen Auswahl an Kleidung und Schmuck, Glas und Porzellan, Bücher, diverse Heidelberger Spezialitäten oder auch antiken und modernen Möbeln. Zahlreiche Gasthäuser und Cafes laden hier zu einer Einkehr ein.
Die Heidelberger Hauptstraße ist »Leben pur«. Sie ist nicht nur der Zentralnerv der Stadt, sie ist vor allem auch deren touristische Lebensader. Selbst an »normalen« Werktagen flanieren hier regelmäßig unzählige Menschen. Ein Spaziergang durch die Hauptstraße ist ein Muss für jeden Heidelberg-Besucher. 
Die Heidelberger Hauptstraße hat, obwohl in ihr Dichter und Musiker wie Goethe, Schumann oder Brahms gewohnt haben, nie einen klangvolleren Namen als schlicht »Hauptstraße« besessen.
Einheimische würden übrigens niemals das Wort »Fußgängerzone« verwenden. 
Bereits auf alten Kupferstichen, z. B. auf der berühmten Stadtansicht von Merian (1620), erkennt man die zentrale Bedeutung der von Ost nach West verlaufenden Hauptstraße für das damalige Heidelberg. Fuhrwerke von nah und fern brachten Waren in die Stadt. Oftmals standen ganze Wagenreihen in der Hauptstraße und in den Seitenstraßen, wovon wiederum besonders die Wirte profitierten, die durch die Fuhrleute gute Geschäfte machten. Auffallend im damaligen Bild der Hauptstraße waren u. a. auch die Bäcker. Sie hatten vorspringende Fenster mit hübschen Auslagen an Gebäck. Durch ein kleines Schiebefenster wurden die Waren herausgegeben, ohne dass man dabei den Laden betreten musste. Zwischen den Pfeilern der Heiliggeistkirche trifft man heute noch die offenen Auslagen, allerdings werden an den einstigen Buden von Bäckern und Metzgern inzwischen Reiseandenken angeboten. 
Nach der gründlichen Zerstörung Heidelbergs in den Jahren 1689 und 1693 wurde das heute »Alt-Heidelberg« genannte Städtchen wieder an derselben Stelle aufgebaut. Die ersten in der Altstadt und insbesondere in der Hauptstraße wieder aufgebauten Häuser waren schmal und in der Regel nur zwei Fenster breit. Es war kein Geld vorhanden für – im Sinne des Barocks – großzügigere Bauten. Erst mit der allmählichen Steigerung des Wohlstands folgten später Häuser mit einer Breite von drei bis fünf Fenstern.

100 Jahre später war Heidelberg die Stadt der Romantik. Studenten zogen an warmen Sommernächten mit ihren Gitarren durch die Hauptstraße und die angrenzenden Altstadtgassen und sangen vor den Häusern.
Sang und Tanz vor allen Türen gehörte damals zum täglichen (und nächtlichen) Leben.
Auch heute findet man täglich zahlreiche Straßensänger und sonstige Straßenkünstler über die ganze Hauptstraße verteilt. Wegen des Lärmschutzes dürfen sie allerdings nur zu bestimmten Zeiten und an genau festgelegten Orten ihre Künste darbieten – und auch daran zeigt sich der Wandel der Zeit.
Gaststätten waren in der Hauptstraße schon immer in großer Zahl vertreten.
Die Studenten waren dort ständige Gäste – solange sie es nicht vorzogen, sich an den sogenannten »Mittagstischen« zu ernähren, die es entlang der Hauptstraße in reicher Anzahl gab und die zum großen Teil von Professorenwitwen und Bürgersfrauen eingerichtet worden waren.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war das Bild der Hauptstraße im Bereich der Vorstadt, also zwischen Universitäts- und Bismarckplatz, von reichen bunten Blumengärten geprägt.
Im Frühherbst fuhren dort hochbeladene Erntewagen einzelne Scheunen hinter den Bauernhäusern an der Hauptstraße an.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Elektrifizierung der Altstadtbereiche. Die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft Berlin verlegte im Jahr 1899 erste Stromkabel in der Hauptstraße.
Kurz darauf begann man damit, in dieser zentralen Verkehrsachse Schienen für die »Elektrische« zu verlegen (1902). Die Pferdebahn wurde abgeschafft.
In den folgenden Jahren, insbesondere in den 20er Jahren, entstanden zunehmend Geschäftshäuser entlang der Hauptstraße, vor allem im Bereich der einstigen Vorstadt.
1977 bis 1978 erfolgte die Umwandlung der zuvor von Autos und Straßenbahn beherrschten (und viel zu engen) Hauptstraße in die heutige reine Fußgängerzone.

Anfahrt

Vom Hauptbahnhof Heidelberg fahren Sie mit Straßenbahn oder Bus (jeweils verschiedene Linien möglich) bis zum Bismarckplatz. Hier beginnt die Hauptstraße / Fußgängerzone. Sie können aber auch mit den Buslinien 31 oder 32 bis zum Universitätsplatz fahren (ca. Mitte der Hauptstraße).
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