Die alte Brücke – viel beschrieben und besungen

»Die Brücke zeigt sich in einer Schönheit wie vielleicht keine Brücke der Welt. Durch die Bogen sieht man den Neckar nach den flachen Rheingegenden fließen, und über ihr die lichtblauen Gebirge jenseits des Rheins in der Ferne.«
So beschrieb kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe die schöne Alte Brücke während seines Heidelberg-Aufenthalts im Jahre 1797.
Und nicht nur Goethe bewunderte sie, auch Friedrich Hölderlin und Gottfried Keller widmeten der Brücke Zeilen der Begeisterung.
So schrieb Hölderlin beispielsweise:
»Wie der Vogel des Walds über die Gipfel fliegt,
Schwingt sich über den Strom, wo er vorbei dir glänzt,
Leicht und kräftig die Brüke,
Die von Wagen und Menschen tönt.«
Heute ist diese erste Heidelberger Neckarbrücke aus Stein über 220 Jahre alt und begeistert Jahr für Jahr unzählige Touristen aus aller Welt, die sie mit ihren Foto- und Film-Kameras für die Ewigkeit festhalten wollen.

Vorgänger der Alten Brücke

Acht Vorgängerbauten sind seit 1284, dem Jahr der ersten Erwähnung einer Brücke an dieser Stelle, durch Hochwasser, Eisgang oder Brand zugrunde gegangen.
Die letzte Vorgängerbrücke, eine auf steinernen Pfeilern ruhende gedeckte Holzbrücke des frühen 18. Jahrhunderts, wurde ein Opfer der Eiskatastrophe vom 27. Februar 1784. Mehrere Eisdecken eines kalten Winters hatten sich jeweils bei Tauwetter aufeinander geschoben und vor den Brückenpfeilern eine Eisbarriere bis zur Höhe der Brückenbohlen aufgetürmt. Ein kräftiges Tauwetter löste schließlich die Katastrophe aus.
Alte Bilder und Kupferstiche wie z. B. das Heidelberg-Panorama von Sebastian Münster (1550) oder die Stadtansicht von Matthäus Merian (1620) zeigen heute deutlich, wie diese Vorgängerbrücken ausgesehen haben.
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