Haus »Zum Riesen«

Das sogenannte Haus »Zum Riesen« (Hauptstraße 52) ist ein stattliches Barockpalais aus dem Jahre 1707. Es wurde damals an die Stelle des 1693 zerstörten Gasthauses »Zum Löwen« gebaut.
Bauherr war der Geheime Rat und Generalleutnant Friedrich Freiherr von Venningen (1642–1710), der im zeitgenössischen Sprachgebrauch häufig auch als »Eberfritz« bezeichnet wurde.
Für den Bau des Hauses ließ Baumeister Johann Adam Breunig zum Teil auch Steine vom zerstörten »Dicken Turm« des Schlosses verwenden.
In Höhe des zweiten Obergeschosses ist eine Statue angebracht, die den Bauherrn überlebensgroß abbildet. Diese imposante Statue stammt von Heinrich Charassky, einem ungarischen Bildhauer. Dieser Statue verdankt das Gebäude auch seinen Namen. In späteren Jahren, zwischen 1797 und 1819, beherbergte das Gebäude das Gasthaus »Zum Riesen« sowie eine Bierbrauerei und eine Brennerei. 
Ungefähr ab 1850 stand das »Haus zum Riesen« der Heidelberger Universität als Institutsgebäude zur Verfügung. Hier forschten unter anderem der Physiker Gustav Kirchhoff und der Chemiker Robert Bunsen, die gemeinsam die Spektralanalyse entdeckten (siehe auch Gedenktafel an der Fassade). Der Physiologe Hermann Helmholtz entwickelte hier einen so genannten Augenspiegel, einem noch heute benutzten Instrument zur Untersuchung des Augenhintergrunds. Außerdem arbeitete hier der Geologe Wilhelm Salomon-Calvi, der eine Radium-Solequelle am Bergheimer Neckarufer entdeckte und u.a. die Wasserversorgung für die türkische Hauptstadt Ankara plante.
Heute wird das Haus zum Riesen vom Institut für Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaften der Universität Heidelberg genutzt.