Erste Gebäude und Ausbau des Schlosses

Die ersten Gebäude entstanden im frühen 13. Jahrhundert
Das Heidelberger Schloss ist in wesentlichen Teilen älter als bis vor wenigen Jahren vermutet. Neuere archäologische Grabungen erlauben eine Datierung ins frühe 13. Jahrhundert.
Schon damals, so haben die Archäologen herausgefunden, gab es auf dem Schlosshügel ein gewaltiges rechteckiges Bauwerk mit mehr als 10 Meter hohen und 2 Meter dicken Mauern. Es war eine Burg, die in den Besitz Herzog Ludwigs von Bayern kam, als dieser 1225 mit der Pfalzgrafschaft belehnt wurde.
Dass man in dieser Zeit bereits kräftigen Durst hatte, bestätigen verschiedene Funde im Rahmen von Grabungen, die vor wenigen Jahren durchgeführt wurden. Neben Herd und Kochgeschirr wurden Hunderte von Trinkbechern gefunden.
Ausbau des Schlosses über einen Zeitraum von 400 Jahren
Beendet wurde der Bau des Schlosses rund 400 Jahre später. Aufbau und Zerstörung wechselten sich in dieser Zeitspanne ab. Der Gebäudekomplex spiegelt mit seinen einzelnen Bauten die Epochen und Stile verschiedener Herrscher wider. Damit bietet er dem Betrachter die unterschiedlichsten Stilarten, von der Gotik bis zur Hochrenaissance.
Unter Kurfürst Ruprecht III., der 1400 als Ruprecht I. deutscher König wurde, begann der schrittweise erfolgende, 400 Jahre andauernde Auf- und Ausbau der Wittelsbacher Burg bis hin zu einem gewaltigen Schloss.
Friedrich I. (1449 bis 1476) und Ludwig V. (1508 bis 1544) errichteten die Befestigungswerke mit den vier Rundtürmen an den Eckpunkten.
Ottheinrich (1556 bis 1559) und Friedrich IV. (1592 bis 1610) erweiterten das Bauwerk um die nach ihnen benannten Gebäude.
Erst durch die Palastbauten der Kurfürsten des 16. und 17. Jahrhunderts wurde die Burg zu einem Schloss. Die Entwicklung der Residenz von der Wehrburg zum repräsentativen Wohnschloss ist heute noch an der Ruine abzulesen.