Fakultäten, Forschung und Lehre

Strukturelle Veränderungen und ständiges Wachstum der Universität
Reformen veränderten wiederholt die Strukturen der Universität. Bestand die Universität seit ihrer Gründung zunächst aus vier Fakultäten (Theologie, Recht, Medizin, Philosophie) und kamen 1890 die Naturwissenschaften als fünfte Fakultät hinzu, wurde sie später weiter aufgegliedert.
Die Zahl der Studenten wuchs kontinuierlich. Zur Zeit sind etwa 28.000 Studierende immatrikuliert. Dass man ein Studium in Heidelberg weltweit schätzt, belegt ein mehr als 20-prozentiger Ausländeranteil in der Studentenschaft.
Die Studenten der Universität lernen und forschen in 12 Fakultäten und 14 Sonderforschungsbereichen.
Die Kernkompetenzen liegen unter anderem im Bereich der Life Sciences.
Neuer Campus im Neuenheimer Feld
Im Zuge des Ausbaus und der Expansion wurde die Universität räumlich geteilt: Für die Naturwissenschaften und einen Teil der Medizin entstand in der jüngeren Vergangenheit im Neuenheimer Feld eine Campus-Universität.
Die Geisteswissenschaften behielten ihr angestammtes Quartier in der Altstadt.
Über exzellente Lehre und Forschung zur Elite-Universität
Trotz der strukturellen Veränderungen und des ständigen Wachstums der Universität werden Lehre und Forschung auch heute noch als einheitliche Aufgabe verstanden.
Die Verbindung von exzellenter Lehre und Forschung haben die Tore weit geöffnet für die Aufnahme der Ruperto Carola in den Kreis der Elite-Universitäten.
In der Spitzengruppe bei anerkannten Rankings und bei der Exzellenzinitiative
Bei anerkannten Rankings belegt Heidelbergs Universität inzwischen Spitzenplätze.
Im Forschungsranking des Zentrums für Hochschulentwicklung CHE war die Universität Heidelberg zuletzt als einzige Hochschule bundesweit mit der gesamten Bandbreite der naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen in der Spitzengruppe forschungsstarker Fächer vertreten. Das Ranking wird alle drei Jahre neu erstellt, zuletzt im Jahr 2009. Das Ergebnis hat frühere Rankings bestätigt und sogar übertroffen. Es war wieder einmal ein Beleg für die Forschungsstärke der Ruperto Carola in der Biologie, der Chemie, der Mathematik, der Pharmazie, der Medizin und der Zahnmedizin.
Hervorragend aufgestellt sind aber auch die Rechtswissenschaften und die vielen »kleinen« Fächer, von den Altertumswissenschaften über die europäischen Kulturwissenschaften bis hin zu den Ost- und Südasienwissenschaften.
Seit 2007 zählt die älteste Universität Deutschlands zu den Exzellenzuniversitäten. Bei der Exzellenzinitiative durch Bund und Länder werden hohe Förderbeträge für Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte in einem harten Wettbewerb vergeben. Die Universität Heidelberg hat hierbei sehr erfolgreich angelaufene Projekte vorzuweisen. In der Exzellenzinitiative konnte man zuletzt eines der bundesweit besten Ergebnisse erzielen.

Ausländische Doktoranden zieht es nach Heidelberg
Einen Beleg für die Spitzenstellung der Heidelberger Universität hat u. a. auch die Studie »Wissenschaft weltoffen 2010« geliefert, die der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Hochschul-Informations-System GmbH veröffentlicht haben. Danach liegt die Universität Heidelberg auf Platz 1 der wichtigsten 50 Hochschulen in Deutschland für eingeschriebene ausländische Doktoranten.
Neben dem exzellenten internationalen Ruf beruht die große Attraktivität der Universität für die jungen Forscher vor allem auf einem breiten Angebot an strukturierten und teilweise englischsprachigen Promotionsprogrammen und Graduiertenkollegs, die ihnen eine hochqualifizierte Ausbildung ermöglichen.
Initiative »Junge Universität«
Rund 10.000 Kinder, Jugendliche und Studieninteressierte nutzen jährlich die vielfältigen Angebote der Universität Heidelberg. Ziel ist es dabei, die Welt der Wissenschaft zu entdecken. Aus Mitteln der Exzellenzinitiative entwickelte die Universität eine neue Initiative – die »Junge Universität«. Sie ist im Zukunftskonzept der Hochschule fest verankert. Die Aktivitäten des »Wissensaustauschs« werden hierbei unterstützt, gebündelt und weiter ausgebaut.
Vernetzung mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen
Eine starke Vernetzung der Universitätsbereiche mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie »The European Molecular Biology Laboratory«, dem »Deutschen Krebsforschungszentrum« oder den »Max-Plank-Instituten« gehören heute zum zukunftsweisenden Konzept der modernen Heidelberger Universität.
Eine andere bedeutende Kooperation besteht mit der Hochschule für jüdische Studien. Seit 1979 hat sich diese der Universität verbundene Hochschule zu einem Magneten über den europäischen Raum hinaus entwickelt
»Industry on Campus«-Projekte  –  Zusammenarbeit von Universität und Industrie
Die Zusammenarbeit mit der Industrie wird von der Heidelberger Universität besonders vorangetrieben. Die Initiative »Industry on Campus« der Heidelberger Universität hat hierzu verschiedene Projekte angestoßen, Modellprojekte, die an Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts arbeiten.
Ein ausgezeichnetes Beispiel ist das »Heidelberg Collaboratory for Image Processing« (HCI), ein Exzellenzprojekt der Universität.
Die Entwicklung von sehenden Maschinen gehört zu den Zielen des HCI. Man möchte die Fähigkeiten des menschlichen Sehsystems auf Maschinen übertragen. So soll damit z. B. ein Auto eines Tages selbständig (ohne Fahrer) fahren können bzw. sollen sehende Maschinen in einem Produktionsprozess arbeiten, indem sie z. B. fehlerhafte Teile aussortieren.
An dem Projekt der Universität sind mehrere Industriepartner beteiligt wie zum Beispiel die Robert Bosch GmbH oder die Heidelberger Druckmaschinen, aber auch mittelständische Firmen.
Ein weiteres erfolgreiches Beispiel der Heidelberger Initiative »Industry on Campus« ist das Katalyselabor CaRLa. Hier wird mit Förderung durch das Unternehmen BASF, durch die Universität Heidelberg und durch das Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg sehr erfolgreich in der chemischen Katalyseforschung gearbeitet.