Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk

Die mehrmals im Sommer stattfindende »Schlossbeleuchtung« mit Feuerwerk ist heute eine feste Einrichtung. Tausende Besucher reisen regelmäßig an, um das beliebte Schauspiel zu erleben. Es ist ein Anziehungspunkt für zahlreiche Feuerwerk-Fans, Einwohner und Gäste der Stadt Heidelberg.
Bereits Stunden vor Beginn werden die besten Plätze auf dem Neckarvorland belegt. Auf der Neckarwiese stehen die Menschen dicht an dicht. Mit Decken und Proviant ausgerüstet sichern sich viele bereits am frühen Abend ihre Plätze. Auf dem Neckar, nahe der Alten Brücke, legen die Ausflugsdampfer der Weißen Flotte an, aber auch viele kleinere Privatboote. Die Fahrgäste der Schiffe haben wohl die beste Aussicht auf das Spektakel.
Gegen 22:00 Uhr geht es dann endlich los. Die erste weiße Lichtspur steigt senkrecht in den dunklen Himmel und zerplatzt in einer bunten Lichtblume über dem Neckartal. Wenig später leuchtet das Schloss in dunklem Rot. Unzählige Hobbyfotografen versuchen das Lichtspiel mit ihren Kameras einzufangen. Verliebte Pärchen nehmen sich zärtlich in die Arme. Die bunten Explosionen der Feuerwerkskörper nehmen bis zum Finale stetig zu. Sie erleuchten den Fluss und die Kulisse von Schloss und Altstadt in wechselnden Farben. Schließlich endet das Schauspiel mit dem lauten, dumpfen Knall der letzten Rakete. Beifall brandet auf und wird von dem Tuten der Schiffe unterstützt.
Immer wieder ist es ein farbenprächtiges Ereignis, wenn das Heidelberger Schloss in lauer Sommernacht als beleuchtetes historisches Gebäude in glühendem Rot erstrahlt und explodierende Feuerwerkskörper atemberaubende Bilder an den nächtlichen Himmel über Heidelberg malen.
Auch akustisch hat das pyrotechnische Spektakel von rund 20-minütiger Dauer mit seinem Zusammenspiel aus bengalischen Zylinderflammen, Bomben, Kugeln, Pfeifern, Kreiselblitzen usw. einiges zu bieten.

Geschichte des Heidelberger Feuerwerks
Anlass des ersten Heidelberger Feuerwerks war die Vermählung von Kurfürst Friedrich V. mit Prinzessin Elisabeth Stuart, der Tochter des englischen Königs Jakob I. Die Hochzeit fand am 14. Februar 1613 in London statt. Nach der anschließenden Heimreise und der Ankunft in der Residenzstadt Heidelberg wurde alles aufgeboten, was an Festen und Schauspielen möglich war. Die Krönung war ein Riesenfeuerwerk auf dem Neckar. Dies war die Geburtsstunde für die Feuerwerke in späterer Zeit, die zunächst auf dem Neckar auf verankerten Holzpontons abgebrannt wurden.
Historisches zur Schlossbeleuchtung
Mit der Heidelberger Schlossbeleuchtung führte man ursprünglich den Menschen noch einmal vor Augen, wie das Schloss durch die französischen Truppen unter der Führung des Generals Melac gesprengt und abgebrannt worden war.
Die erste Schlossbeleuchtung in der Geschichte fand bereits im Jahre 1807 anlässlich eines Besuches des badischen Kronprinzen Karl Ludwig statt. Das brennende Schloss wurde dabei durch das Abbrennen von flackernden Holzfeuern simuliert. Im Mai 1830 wurde in Heidelberg der Sieg über Napoleon mit einer Schlossbeleuchtung gefeiert. Das Spektakel wurde vom damaligen Schlossgarten-Ingenieur Metzger arrangiert zu Ehren des Heidelberg-Besuchs der Kaiser von Österreich und Russland sowie des Königs von Preußen. Am 22. Mai 1860 probierte eine Gruppe Indien-erfahrener Engländer erstmals eine »bengalische Probebeleuchtung« aus und inszenierte anschließend die erste bengalische Schlossbeleuchtung. Dieses Feuerwerk von 1860 gilt als erste offizielle Schlossbeleuchtung von Heidelberg. Seit 1860 werden Schlossbeleuchtung und Feuerwerk regelmäßig handwerklich durchgeführt.

Hinweis

Drei Veranstaltungen pro Jahr gibt es in der Regel, jeweils am ersten Wochenende im Juni, zweiten Wochenende im Juli und ersten Wochenende im September, jeweils um ca. 22:00 Uhr.