Die Gegenreformation in Heidelberg

Konfessionelle Probleme nach Herrschaftswechsel
Der Übergang der Kurpfalz an das Haus Neuburg 1685 war nicht einfach ein Herrschaftswechsel, sondern zugleich ein konfessionelles Problem. Zwar konnte nach den Auseinandersetzungen und Kompromissformeln der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht mehr der Fürst eigenmächtig die Religion seiner Untertanen bestimmen, aber er konnte die Träger der Gegenreformation nach Kräften unterstützen. Die Klausel im Frieden von Rijswijk, dass die »Gewinne« der katholischen Seite nicht geschmälert werden dürften, kam Johann Wilhelm gerade recht.
Großbauten der Jesuiten und Madonnen im Stadtbild
Sinnfälligster Ausdruck der Gegenreformation im reformierten Heidelberg sind die Großbauten der Jesuiten, sind die zahlreichen Madonnen an den Häusern, ist schließlich auch die 1706 eingezogene Trennmauer, die in der ehemals gänzlich calvinistischen Heiliggeistkirche den katholischen Chor vom Langhaus, das den Calvinisten blieb, trennte. Die Mauer wurde 1720 zu einen Politikum, als Karl Philipp sie abbrechen wollte, um die Heiliggeist-Kirche zur katholischen Hofkirche zu machen. Niedergerissen wurde die Trennmauer erst 1934.
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