Chronik: Von der Stadtgründung bis zu ihrer Zerstörung im Erbfolgekrieg

1196
Heidelberg (»Heidelberch«) wird erstmals in einer Urkunde erwähnt
1214
Die Pfalzgrafschaft wird an Herzog Ludwig I. von Bayern übertragen; Wittelsbacher herrschen in Heidelberg und in der Pfalz
1225
Erste urkundliche Erwähnung einer Burg in Heidelberg
1284
Eine hölzerne Neckarbrücke auf Steinpfeilern wird erstmals erwähnt; zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert gibt es verschiedene Holzbrücken auf Steinpfeilern, die wiederholt durch Hochwasser und Krieg zerstört werden
1303
Erste urkundliche Erwähnung einer oberen Burg und einer unteren Burg (heutiges Schloss)
1329
Die beiden Wittelsbacher Länder Bayern und Pfalz werden endgültig voneinander getrennt
1356
»Goldene Bulle« (Reichsgesetz): Amt und Würde des ersten weltlichen Kurfürsten werden für die Pfalzgrafen bei Rhein erblich
14. Jahrhundert
Unterhalb der Burg bildet sich eine bis 1743 von der Stadt Heidelberg unabhängige Siedlung
1386
Gründung der Heidelberger Universität durch Kurfürst Ruprecht I.
1392
Erweiterung der Stadt nach Westen von der Grabengasse (heutiger Universitätsplatz) bis zum heutigen Bismarckplatz.
1400 – 1410
Kurfürst Ruprecht III. ist der deutsche König Ruprecht I. von der Pfalz
1415
Kurfürst Ludwig III. lässt auf dem Konstanzer Konzil Johannes Hus auf dem Scheiterhaufen verbrennen
1462
Friedrich I., der »Pfälzer Fritz«, siegt in der Schlacht bei Seckenheim
1476
Kurfürst Philipp der Aufrichtige macht Heidelberg zum Zentrum des Humanismus
1508 – 1544
Kurfürst Ludwig V. baut das Schloss zur Festung aus
1518
Disputation der Thesen Martin Luthers in Heidelberg
1537
Die obere Burg wird durch Blitzschlag zerstört
1556 – 1559
Kurfürst Ottheinrich führt die Reformation ein; im Schloss lässt er den schönsten Renaissance-Palast nördlich der Alpen bauen
1563
Der »Heidelberger Katechismus« erscheint. Kurfürst Friedrich III. führt den Calvinismus ein; Heidelberg wird das »deutsche Genf«
1608 – 1610
Kurfürst Friedrich IV. gründet Mannheim; er übernimmt die Führung in der protestantischen Union
1613
Kurfürst Friedrich V. heiratet die englische Königstochter Elisabeth Stuart in London; Blütezeit Heidelbergs: Der berühmte Schlossgarten (»Hortus Palatinus«), der Englische Bau und das Elisabethentor entstehen
1619
Friedrich V. wird König von Böhmen
1620     
Schlacht am Weißen Berg bei Prag; das Heer Friedrichs verliert gegen die Truppen des Kaisers; Beginn des 30-jährigen Kriegs
1622     
Truppen der katholischen Liga unter dem bayerischen General Tilly nehmen Heidelberg ein; die »Bibliotheca Palatina« wird als Kriegsbeute nach Rom in den Vatikan geschafft.
1648     
Westfälischer Frieden: Die Oberpfalz und die erste (oberste) Kurwürde des Reichs fallen an Bayern; für die Pfalz wird eine achte Kur neu geschaffen; Karl Ludwig wird Kurfürst, lässt Schloss und Universität erneuern und lockt Einwanderer in die Kurpfalz; der Wiederaufbau des zerstörten Landes beginnt
1671
»Liselotte von der Pfalz«, die Tochter Karl Ludwigs, heiratet den Bruder des Sonnenkönigs
1685
Die Linie Pfalz-Simmern stirbt mit Karl Ludwigs Sohn, dem Kurfürsten Karl II., aus; Frankreich erhebt Erbansprüche
1689 – 1693
Pfälzischer Erbfolgekrieg: Französische Truppen unter General Melac nehmen Heidelberg ein; Stadt und Schloss werden zerstört
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