»Homo erectus heidelbergensis« – der erste Heidelberger!

Direkter Vorfahre des heutigen Menschen

Der »Homo erectus heidelbergensis«, ein erster direkter Vorfahre des heutigen Menschen, des »Homo sapiens«, lebte während der Altsteinzeit in der Umgebung von Heidelberg.

Unterkiefer – gefunden in einer Sandgrube bei Mauer


Der Unterkiefer des ersten Heidelbergers wurde am 21. Oktober 1907 von dem Arbeiter Daniel Hartmann in einer Sandgrube bei Mauer, einem Ort, der 10 Kilometer südöstlich von Heidelberg liegt, gefunden. Hier floss vor mehr als 500.000 Jahren der Ur-Neckar. Der Unterkiefer wurde in der Heidelberger Universität untersucht und datiert. Demnach lebte der Altsteinzeitmensch ca. um 750.000 bis 600.000 vor Christus in der Heidelberger Umgebung.

Überaugenwülste und »fliehendes« Kinn


Als der erste Heidelberger starb, hatte er ein Alter von ca. 18 bis 25 Jahren erreicht und war ungefähr 1,80 Meter groß. Deutliche Überaugenwülste und ein »fliehendes« Kinn waren typisch für sein Gesicht. Ansonsten hat er sich durch seinen aufrechten Gang und die Gestalt seiner Gliedmaßen kaum von den heutigen Menschen unterschieden. Sein Gehirn hatte ein Volumen, das der unteren statistischen Grenze des Hirnvolumens der heutigen Menschen entspricht.

Lebensbedingungen des Urmenschen


Er lebte in den damals vorherrschenden dichten Laubwäldern, die vom Ur-Neckar durchzogen wurden.
Zahlreiche Tierknochen, die ebenfalls aus der Fundschicht des Unterkiefers stammen, belegen, dass der Urmensch den in dieser Zeitepoche vorherrschenden Waldtieren wie Wildschwein und Hirsch, aber auch Flußpferd und Waldelefant mit seinen Holzlanzen am Ufer des Neckars nachstellte. Hauptsächlich ernährte er sich aber von pflanzlicher Kost wie z. B. von Früchten und Wurzeln. Er benutzte einfache Werkzeuge, die er aus Steingeröll herstellte – dies war die erste große Kulturleistung des Menschen.

Aufbewahrung des Originals – Besichtigung einer
Kopie

Das Original des Unterkiefer des »Homo erectus heidelbergensis« wird in der Heidelberger Universität aufbewahrt. Eine Nachbildung des Unterkiefers ist im Kurpfälzischen Museum zu betrachten.
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