Berühmte Politiker in Heidelberg

Friedrich Ebert (1871–1925)
Friedrich Ebert war das erste demokratische Staatsoberhaupt und einer der herausragenden Politiker in der deutschen Geschichte. Unter extremen inneren und äußeren Bedingungen hat er der parlamentarischen Demokratie den Weg bereitet, die staatliche Einheit erhalten und wesentliche Orientierungspunkte für eine soziale Republik gesetzt.
Nach seiner Wahl zum Reichspräsidenten am 11. Februar 1919 bekannte er:
»Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.«
Friedrich Ebert wurde am 4. Februar 1871 als siebtes von neun Kindern des Schneidermeisters Karl Ebert und seiner Frau Katharina in ärmlichen Verhältnissen in Heidelberg geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in der Sandgasse absolvierte er eine Sattlerlehre bei der Lederwarenhandlung Schmitt in der Heidelberger Hauptstrasse. Er schloss sich den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie an und ließ sich in der Folgezeit in Bremen nieder.
1905 zog er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern nach Berlin, nachdem er in den zentralen SPD-Vorstand gewählt wurde. Ab 1912 war er Mitglied des Reichstags und wurde 1916 zu einem der drei Vorsitzenden der SPD-Reichstagsfraktion gewählt. Am 9. November 1918 übernahm Friedrich Ebert das Amt des Reichskanzlers und wird 3 Monate später Reichspräsident der Weimarer Republik. Er setzte die Verfassung der neuen Republik in Kraft und erklärte das Deutschlandlied zur Nationalhymne. Während seiner Amtszeit bis 1925 hatte er unter anderem mit Verleumdungskampagnien der republikfeindlichen Rechten zu kämpfen.
Friedrich Ebert starb in Berlin am 28. Februar 1925 und wurde in seiner Heimatstadt Heidelberg auf dem Bergfriedhof beigesetzt.
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