Berühmte Geistliche in Heidelberg

Martin Luther (1483–1546)
Luthers Reise nach Heidelberg im Jahre 1518 war sein erster theologischer Auftritt außerhalb Wittenbergs, nachdem er dort am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen am Tor der Schlosskirche angeschlagen hatte. Damit hatte er die weltweite Reformation der Kirche ausgelöst.
Nachdem Luther vom Heidelberger Kurfürsten und vom hiesigen Augustinerorden nach Heidelberg eingeladen worden war, leitete er hier am 26. April 1518 die Heidelberger Disputation, die im damaligen Augustinerkloster stattfand. Er verteidigte dabei die Grundgedanken seiner Thesen, die begannen, sich zu einer neuen Theologie zu entwickeln. Luthers Auftritt in Heidelberg war wegweisend. Viele seiner begeisterten Zuhörer waren Theologen, die später selbst zu Reformatoren in Südwestdeutschland wurden.
Die Heidelberger Disputation war damals der Auslöser für die Reformation in der Pfalz.
Auf dem Universitätsplatz, auf dem früher das Augustinerkloster stand, wurde zur Erinnerung eine »Luthertafel« angebracht.

Die Lutherstraße im Heidelberger Stadtteil Neuenheim erinnert heute noch an Luthers Aufenthalt in der kurfürstlichen Residenzstadt Heidelberg.
Er wohnte damals in unmittelbarer Nähe dieser heutigen Straße im alten »Mönchhof«.

Philipp Melanchton (1497–1560)
Der in Bretten geborene Philipp Melanchton war Humanist und Reformator.
Er studierte von 1509 bis 1512 in Heidelberg und reformierte später unter Kurfürst Ottheinrich die Heidelberger Universität.
Melanchton verfasste 1530 die Confessio Augustana, auch Augsburger Bekenntnis genannt. Diese wurde auf dem Reichstag zu Augsburg dem Kaiser Karl V. von den Reichsständen der lutherischen Reformation dargelegt.
Sie gehört noch heute zu den verbindlichen Bekenntnisschriften der lutherischen Kirchen.
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