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Unterhalb des Schlosses

Routenbeschreibung unterhalb des Schlosses

Die dritte Etappe unseres Altstadt-Rundgangs beginnt an der Talstation der Bergbahn.
Start: Talstation Bergbahn
Gehen Sie zunächst am »Haus Graimberg« vorbei, das sich an der süd-östlichen Ecke des Kornmarkts befindet, und anschließend durch die Karlstraße zum Karlsplatz.
Auf dem Karlsplatz stand seit dem Mittelalter ein Franziskanerkloster, das 1693 zerstört wurde. 1800 bis 1805 wurde die Kloster-Ruine einschließlich des dazugehörigen Gartens in eine öffentliche Anlage, den baumbestandenen Karlsplatz, umgewandelt. 1977/78 baute die Stadt unter dem Platz ein mehrstöckiges Parkhaus, nachdem der Platz zuvor jahrelang als Parkplatz gedient hatte.
Der heutige moderne Brunnen in der Mitte des Platzes ist dem Humanisten Sebastian Münster gewidmet, der 1550 u. a. einen Holzschnitt mit einer Ansicht Heidelbergs schuf.
Über dem Karlsplatz thront das Schloss. Genießen Sie – am besten vom nördlichen Rand des Platzes aus – eines der schönsten Panoramen des Heidelberger Schlosses. Besonders reizvoll ist dieses Panorama bei Nacht, wenn das Schloss von Scheinwerfern angestrahlt ist.
Bei einem Blick zurück auf das Rathaus können Sie von hier das Glockenspiel auf dem Dach des Rathaus-Anbaus sehen – und mit etwas Glück auch hören.
»Großherzogliches Palais« (lfd. Nr. 9 des Verkehrsvereins)
Auf der Südseite des Karlsplatzes sehen Sie das »Großherzogliche Palais«. Es wurde 1717 als Wohnhaus erbaut und beherbergte ab 1768 eine kurfürstliche Schreiberei. Im 19. Jahrhundert stand das Gebäude dem badischen Hof für Aufenthalte seiner Mitglieder in Heidelberg zur Verfügung. Seit den 20er Jahren befindet sich hier die »Heidelberger Akademie der Wissenschaften«.
Zum Gebäude gehört ein sehenswerter Terassengarten.
»Mittermaier-Haus« (lfd. Nr. 10 des Verkehrsvereins)
Das interessante »Mittermaier-Haus« an der süd-östlichen Ecke des Karlsplatzes wurde 1700 erbaut. Der Strafrechtler Karl J. A. Mittermaier (1787–1867) hatte das Haus 1821 erworben und bis zu seinem Tod bewohnt. Mittermaier war ein Hauptvertreter des badischen Liberalismus. Ab 1958 wurde das Haus als Studentenwohnheim genutzt.
»Palais Boisseree« (lfd. Nr. 11 des Verkehrsvereins)
Auf der Nordseite des Karlsplatzes steht das »Palais Boisseree«, auch »Palais Sickingen« genannt. Zwischen 1810 und 1819 beherbergte das Gebäude die berühmte Sammlung altdeutscher Gemälde der Brüder Sulpiz und Melchior Boisseree. (Diese Sammlung befindet sich heute in der Alten Pinakothek in München.) 1814/1815 wohnte Goethe mehrere Wochen bei den beiden Kunstsammlern. Diese Anerkennung durch den großen deutschen Dichter machte das Haus zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt.
2. Zwei historische Studentenlokale am Karlsplatz
Lassen Sie sich von der Alt-Heidelberger Studenten-Atmosphäre einfangen. Am Karlsplatz gibt es zwei historische Studentenlokale, den »Seppel« und den »Roten Ochsen«. Die beiden Gasthäuser sind heute ein beliebtes Ziel der Heidelberg-Besucher. 1704 entstand das Gasthaus »Zum Seppel«. Es war das Stammlokal von mehreren Heidelberger Studentencorps bzw. Burschenschaften. Unmittelbar neben dem »Seppel« befindet sich der »Rote Ochse«. Das Gebäude dieses historischen Lokals wurde 1724 erbaut.
3. »Palais Weimar« (lfd. Nr. 13 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie vom Roten Ochsen weiter in östlicher Richtung, entlang der Hauptstraße. Nach ungefähr 200 Metern erreichen Sie auf der linken Seite das »Palais Weimar«. Der Barockbau umschließt mit seinen Seitenflügeln einen hübschen Hof. Das Gebäude wurde nach 1700 als Wohnhaus eines Generals erbaut. Seit 1921 gehört das Gebäude der Portheim-Stiftung, die hier ein Völkerkundemuseum eingerichtet hat (Spezialität: Asmat-Kultur von Neu-Guinea).
4. »Haus Buhl« (lfd. Nr. 12 des Verkehrsvereins)
Direkt gegenüber fällt der Blick auf die sehr schöne Freitreppe des »Hauses Buhl« mit seinem Empiregitter. Es ist das Anwesen des einstigen Hofrichters. Der große Garten reichte früher bis zum Schloss hinauf. Liselotte von der Pfalz gestand in ihren Briefen, als junge Prinzessin in diesem Garten Kirschen gestohlen zu haben. Die Ausstattung des Hauses vermittelt die Idylle der Biedermeierzeit. Heute dient das Haus Buhl als Gästehaus der Universität.
5. Karlstor (lfd. Nr. 14 des Verkehrsvereins)
Nun ist es nur noch ein kleines Stück bis zum östlichen Ende der Hauptstraße und gleichzeitig der Altstadt. Hier steht das prunkvolle Karlstor, ein Triumpfbogen, mit dessen Erbauung die Heidelberger Stadtväter einst dem Kurfürst Karl Theodor huldigten. Mit dem Bau des klassizistischen Karlstors wurde 1775 begonnen. Es sollte einen prachtvollen östlichen Stadteingang bieten. In seinem Inneren waren neben Wachräumen auch Gefängnisräume.
6. »Schmitthennerhaus« (lfd. Nr. 15 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie nun auf der Hauptstraße ein Stück zurück in Richtung Zentrum bis zur Leyergasse, die unmittelbar vor dem Gasthaus »Zum Roten Ochsen« nach rechts abzweigt. In der Leyergasse angekommen, gehen Sie sofort wieder links in die Heiliggeiststraße hinein. Nach wenigen Metern stehen Sie vor dem Zufahrtstor des »Schmitthennerhauses«. Das Haus erhielt seinen Namen von dem Pfarrer und Schriftsteller Adolf Schmitthenner. Heute befindet sich hier das evangelische Gemeindezentrum. Adolf Schmitthenner schrieb unter anderem verschiedene historische Romane über die Region. Eines seiner bedeutendsten Werke war »Das deutsche Herz«, das sich mit der tragischen Geschichte der letzten Ritter von Hirschhorn und von Handschuhsheim befasst.
7. Durch die Leyergasse zum Neckarmünzplatz
Folgen Sie nun der Leyergasse abwärts. In der Mitte der Gasse befindet sich die »Kulturbrauerei«. Wir empfehlen Ihnen einen Besuch dieser Gaststätte mit eigener Brauerei. Der Ritter über dem Eingang weist Ihnen den Weg hinein. Einer der schönsten Biergärten in der Altstadt und die deftige regionale Küche sind hier das Markenzeichen.
An der Stelle, an der die Leyergasse in den Neckarmünzplatz mündet, stand einst das Leyertor der mittelalterlichen Stadtbefestigung (13. Jahrhundert bis 1689 bzw. 1693). Der Name des Tores sowie auch der Gasse ist zurückzuführen auf die Lohgerber, die einst in der Leyergasse wohnten und arbeiteten.
Neben den Touristen-Servicestellen am Rathaus und am Hauptbahnhof befindet sich eine weitere am Neckarmünzplatz.
8. Tränktor
Vom Neckarmünzplatz gehen Sie am Ufer des Neckars entlang in Richtung Alte Brücke. Kurz vor der Alten Brücke kommen Sie an eine kleine Pforte, durch die Sie – über ein paar Stufen – nach oben zum Brückentor kommen. Oben ist über der Pforte eine Gedenktafel mit einem Pferderelief angebracht und eine Inschrift besagt: »Erinnerung an die mittelalterliche Stadtbefestigung«. Durch das kleine Tor wurden ehemals Pferde und Vieh zur Tränke am Neckar geführt.
Ehemalige Neckarschule (lfd. Nr. 24 des Verkehrsvereins)
Über dem Tränktor wurde 1706 das Gebäude der ehemaligen Neckarschule erbaut. Der Schulbetrieb fand hier für die Altstadtkinder bis 1803 statt.
Das Ziel dieser dritten Etappe unseres Altstadt-Rundgangs ist das Brückentor der Alten Brücke, wo bereits unsere erste Rundgang-Etappe startete. Die dritte Etappe hat Sie nun durch den Bereich der Heidelberger Altstadt geführt, der sich unmittelbar unterhalb des Schlosses befindet.
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