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Durch die Vorstadt

Routenbeschreibung durch die Vorstadt

Die vierte Etappe unseres Rundgangs durch die Heidelberger Altstadt beginnt und endet am Universitätsplatz.
Der Weg führt Sie durch den westlichen Bereich der Altstadt, durch die ehemalige Vorstadt.
Folgen Sie zunächst der Marstallstraße in nördlicher Richtung und durchqueren den Innenhof des Marstalls/Zeughauses.
1. Salamanderfigur am Marstall
Nachdem Sie den Marstall-Innenhof durch den westlichen Durchgang wieder verlassen haben, sollten Sie einen Blick an der Außenmauer nach oben richten. Sie entdecken hier eine kleine Sandsteintafel, auf der ein Salamander dargestellt ist. Der Salamander sollte das kurfürstliche Lagerhaus für Versorgungsgüter und Waffen vor Blitz und Brand schützen. Geholfen hat dies wenig, denn es brannte trotzdem.
2. »Haus Raquet« (lfd. Nr. 31 des Verkehrsvereins)
Werfen Sie einen kurzen Blick in die Schiffgasse, die nach links hinauf zur Hauptstraße führt. Hier befindet sich das barocke »Bürgerhaus Raquet« aus dem Jahr 1752. Gegenüber befand sich das ehemalige Gasthaus »Schwarzes Schiff«, benannt nach den unter schwarzer Flagge fahrenden Pulverschiffen.
3. Stadthalle (lfd. Nr. 35 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie nun durch die Untere Neckarstraße bis zur Heidelberger Stadthalle. Der breitgelagerte Bau des Kongresshauses entstand um 1900. Die Fassade zieren Wappen und die Köpfe von berühmten Heidelbergern. Neben Kongressen dient das Gebäude verschiedenen Festlichkeiten, der Aufführung von Konzerten und der Unterbringung von Ausstellungen. Ein von der Stadtverwaltung ausgeschriebener Erweiterungsbau für die Stadthalle wurde 2010 per Bürgerentscheid abgelehnt.
4. Alte Anatomie (lfd. Nr. 36 des Verkehrsvereins)
Folgen Sie nun der Unteren Neckarstraße weiter bis zur Brunnengasse, die Sie nach links in Richtung Hauptstraße führt.
In der Brunnengasse befindet sich die Alte Anatomie, die 1844 erbaut wurde. Das Gebäude steht auf dem Gelände des 1476 gegründeten Dominikanerklosters. Das Gebäude gehört heute zum Psychologischen Institut der Universität.
5. Friedrichsbau (lfd. Nr. 37 des Verkehrsvereins)
Daneben steht der Friedrichsbau mit seiner Vorderfront zur Hauptstraße.
Der Friedrichsbau wurde 1863 als naturwissenschaftliches Institutsgebäude erbaut. Hier befanden sich unter anderem das Physiologische Institut, ein pharmazeutisch-chemisches Labor und das Physikalische Kabinett. Das Gebäude erhielt seinen Namen von dem damals regierenden Großherzog Friedrich I. von Baden. Heute befindet sich hier das Psychologische Institut der Universität.
Bunsen-Denkmal
Vor dem Friedrichsbau steht das Denkmal von Robert W. Bunsen, dem berühmten Chemiker, der gemeinsam mit dem Physiker Gustav R. Kirchhoff die Spektralanalyse entdeckte.
6. Haus »Zum Riesen« (lfd. Nr. 38 des Verkehrsvereins)
Das Gebäude gegenüber der Hauptstraßenfassade des Friedrichsbaus wurde 1707 erbaut. Der Kurfürst genehmigte dafür die Verwendung von abgesprengten Sandsteinquadern des Dicken Turms. In der Mitte des Gebäudes sehen Sie die übergroße Figur des Bauherrn. Diese gab dem Haus den Namen »Zum Riesen«. Eine Inschrift erinnert an die beiden berühmten Naturwissenschaftler Bunsen und Kirchhoff, eine weitere an den Geologen Wilhelm Salomon-Calvi.
Vom Haus »Zum Riesen« gehen Sie nun ein Stück durch die Hauptstraße in westlicher Richtung. Als nächstes empfehlen wir Ihnen einen Stop am Deutschen Verpackungsmuseum in der Hauptstraße 22.
Das Verpackungsmuseum können Sie von Mittwoch bis Freitag von 13:00 bis 18:00 Uhr bzw. Samstag und Sonntag von 11:00 bis 18:00 Uhr besuchen.
8. St.-Anna-Kirche (lfd. Nr. 39 des Verkehrsvereins)
Anschließend gehen Sie nach links durch die Neugasse. Am Ende der Neugasse zieht die Fassade der St.-Anna-Kirche Ihren Blick schon von weitem auf sich. Allerdings handelt es sich hier nur um eine vorgeblendete Wand, die 1753 einem älteren Bau vorgesetzt wurde. Der eigentliche Kirchenbau entstand 1714.
9. Altes Waisenhaus (lfd. Nr. 34 des Verkehrsvereins)
Der Rundgang führt Sie nun nach links durch die »Plöck«, so heißt die schmale Straße, die parallel zur Hauptstraße verläuft. Kurz vor dem Friedrich-Ebert-Platz kommen Sie am Alten Waisenhaus vorbei, einem ehemals barocken Bürgerhaus, das nach 1756 als Hospital diente.
10. Friedrich-Ebert-Platz
Der Friedrich-Ebert-Platz trug früher den Namen des bayerischen Feldmarschalls Carl Philipp von Wrede (1767–1838), der in Heidelberg geboren wurde. Bis 1940 stand auf dem Platz sein Denkmal, das schließlich eingeschmolzen wurde. Nach dem Krieg wurde der Platz nach dem ersten Deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert benannt, einem Heidelberger. Vor Kurzem wurde der Platz neu gestaltet. Darunter entstand eine mehrgeschossige Tiefgarage.
Naturwissenschaftliche Institute (lfd. Nr. 41 des Verkehrsvereins)
Dem Friedrich-Ebert-Platz gegenüber liegen die Gebäude der ehemaligen Naturwissenschaftlichen Institute. Sie erstrecken sich längs der Akademiestraße. Diese verschiedenen Institutsgebäude der Universität wurden zwischen 1653 und 1901 erbaut. Das Chemische Institut leitete ab 1855 Robert Bunsen. In dem Pavillion an der Plöck wohnte Bunsen selbst, wie auch seine Nachfolger Viktor Meyer und Theodor Curtis.
11. Adelspalais des Grafen von Wieser (lfd. Nr. 42 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie nun weiter entlang der Plöck und nach links in die Märzgasse hinein. Hier steht gegenüber des »Märzgartens« das barocke Adelspalais des Grafen von Wieser (Hausnr. 18). Es entstand Anfang des 18. Jahrhunderts. In den Jahren 1840 bis 1870 wohnte hier der berühmte Jurist von Vangerow.
Im Nachbarhaus (Nr. 16) wohnte der berühmte Astronom Max Wolf (1863–1932). Er war der Begründer der Heidelberger Sternwarte auf dem Königstuhl und errang internationale Bekanntheit durch die Entwicklung der fotografischen Methode der Sternbeobachtung.
12. Providenzkirche (lfd. Nr. 34 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie nun nach rechts durch die Landfriedstraße, die nach der Unternehmerfamilie Landfried (u. a. Zigarrenproduktion) benannt wurde. An der Karl-Ludwig-Straße gehen Sie nach links zur Providenzkirche.
Die Providenzkirche wurde um 1660 als Pfarrkirche der Lutheraner erbaut. Sie steht auf dem Gelände des ehemaligen kurfürstlichen Herrengartens. Die Kirche musste nach der Zerstörung 1693 erneut aufgebaut werden. Der Glockenturm entstand ab 1717. Spätere Umbauten erfolgten 1885/86 und gaben dem Inneren der Kirche die heutige Gestalt.
Der Name der Kirche wurde von einem Wahlspruch des Kurfürsten Karl-Ludwig abgeleitet: »Dominus providebit« (»Der Herr wird sorgen«).
13. »Palais Morass«  /  Kurpfälzisches Museum  (lfd. Nr. 33 des Verkehrsvereins)
Folgen Sie nun der Hauptstraße in östlicher Richtung. Nach ein paar Metern erreichen Sie auf der linken Seite in der Hauptstraße 97 das »Palais Morass«.
Dieser vornehme Herrensitz wurde um 1710 erbaut. Sein Bauherr war Regierungs- und Revisionsrat sowie Professor der Rechte an der Universität. Hof und Garten sind auch heute noch sehenswert. Die Innenräume mit den jahrhundertealten Barockstuckdecken sowie die Erweiterungsbauten im Garten beherbergen die Sammlung des Kurpfälzischen Museums.
Besuchen können Sie das Museum dienstags bis sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr (montags geschlossen).
Außerdem befindet sich in dem Anwesen der Heidelberger Kunstverein mit interessanten Ausstellungen sowie ein Restaurant und Garten-Café.
14. Ehemaliger Wormser Hof (lfd. Nr. 32 des Verkehrsvereins)
Gehen Sie nun weiter durch die belebte Fußgängerzone/Hauptstraße nach Osten. An der Ecke zur Theaterstraße fällt Ihr Blick auf den reichgeschmückten Barockerker des ehemaligen Wormser Hofs. 1409 wurde das Anwesen als Heidelberger Stadtwohnung der Bischöfe von Worms erwähnt. Nach der Zerstörung 1693 wurden Teile des alten Gebäudes beim Wiederaufbau berücksichtigt. Heute befinden sich hier verschiedene Kinos.
In der Theaterstraße befindet sich derzeit (Stand 2011) eine Großbaustelle. Hier entsteht das neue Theater Heidelbergs. Der alte sehenswerte Theatersaal bleibt erhalten und wird in den neuen Gebäudekomplex integriert.
15. Ehemaliger Badischer Hof
Gegenüber des Wormser Hofs sehen Sie das ehemalige Gasthaus Badischer Hof an der Ecke Hauptstraße/Schiffgasse (heute ist hier eine Filiale der Volksbank untergebracht). Der Badische Hof war 1848 Treffpunkt führender Liberaler und Demokraten. Zu diesen gehörten bekannte Namen wie von Gagern, Welcker, Hecker und Struve. Diese Heidelberger Versammlung war ein Markstein in der Geschichte des deutschen Parlamentarismus. Sie bereitete den Weg zur Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche.
16. Zimmertheater (Hauptstraße 118)
Kurz vor dem Universitätsplatz kommen Sie am Heidelberger Zimmertheater vorbei. Die sehenswerten Aufführungen beginnen in der Regel um 20:00 Uhr, sonntags bereits um 17:00 Uhr.
Die Kassenzeiten des Zimmertheaters: Montag bis Samstag von 11:00 bis 13:00 Uhr und 18:00 bis 20:00 Uhr bzw. Sonntag von 16:00 bis 18:00 Uhr.
Folgen Sie der Hauptsraße nun noch ein kleines Stück bis zum Universitätsplatz, dem Ausgangspunkt und Ziel dieser vierten Rundgang-Etappe, die Sie durch die ehemalige Vorstadt westlich des Altstadtkerns geführt hat.
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